Modifikation von Tikka T3x


Neben der Remington 700 gehört das System von Tikka mit zu denen, für die es die meisten Komponenten auf dem Zubehörmarkt gibt.

Die T3x Büchsen von Tikka sind so weit standardisiert, dass es nur eine Länge der Systemhülse und keinen Unterschied zwischen Short Action und Long Action gibt. Nur Links- oder Rechtsausführung macht einen Unterschied. Ansonsten werden in die immer gleiche Systemhülse die verschiedenen Läufe für die unterschiedlichen Kaliber eingeschraubt und der Verschluss mit einem entsprechenden Verschlusskopf versehen.

Dieser Umstand macht es einfacher die T3x aufzurüsten und zu modifizieren.

Hülse:

Die Hülse ist vorbereitet für das Montagesystem „Optilock“ von Sako/Tikka. Die Basen der Ringe werden auf das Schwalbenschwanzprofil auf der Oberseite der Hülse aufgeschoben und entsprechend montiert. Manche Hersteller, wie z.B. Spuhr, bieten eigens für Sako/Tikka ausgelegte Montagen an.

Wer das nicht möchte oder mehr Flexibilität wünscht, kann sich eine der zahlreichen Picatinny-Schienen auf dem Markt auf die Hülse schrauben. Auf der Hülse sind werksseitig Gewinde angebracht. Wichtig, die Picatinny-Schiene muss für die Tikka ausgelegt sein, damit die Bohrlöcher der Schiene zu denen auf der Hülse passen. Die Picatinny-Schienen von German Gun Stock machen hier eine ziemlich gute Figur, da sie nicht nur qualitativ hochwertig sind, sondern auch noch eine Rückstoßstollen haben, der in eine Aussparung in der Hülse greift. Somit liegen die Scherkräfte bei der Schussabgabe nicht auf den Schrauben der Schiene.

Eine vernünftige Verbindung zwischen Waffe und Zielfernrohr ist essentiell für dauerhafte, gleichbleibende Präzision. Maßhaltigkeit, Material und auch die Funktionalität sind Eigenschaften, die eine Investition lohnen.

Wer selbst montiert, sollte unbedingt einen Drehmomentschlüssel haben und die Herstellerangaben von Montage und Zielfernrohr beachten.

Verschluss (Kammer):

Tikkas sind berühmt für ihren seidenweichen Schlossgang! Der Verschluss Lässt sich an zwei Stellen recht leicht modifizieren. Zum einen kann der Kammerstängel ausgetauscht werden und zum andren lässt sich die Schlösschenabdeckung wechseln.

Für die Funktion macht beides keinen Unterschied. Beim Kammerstängel kann man jedoch einen wählen, dessen Haptik einem am besten entspricht.

Abzug:

Die Flintenabzüge von Tikka sind schon ab Werk sehr gut. Aber nicht jeder mag Flintenabzüge und zu verbessern gibt es immer etwas. Diverse Hersteller bieten komplette Abzugseinheiten für die T3x an, welche man einfach 1:1 gegen den vorhandenen Abzug austauschen kann. Je nach Vorliebe als Druckpunktabzug, Flintenabzug, verstellbare Abzüge usw.

Sicherung:

Das größte Manko der T3x ist die Sicherung. Es gibt lediglich eine relativ schwach ausgeführte Abzugssicherung. Zwar gibt es auch hier Bausätze, die eine Schlagbolzensicherung in den Verschluss integrieren. Allerdings ist der Einbau kompliziert und die Konstruktionen sind zum Teil… fragwürdig.

Bei Tikka muss man sich also ganz auf seine eigene Sicherung verlassen.

Mündungsgewinde:

Natürlich braucht man ein Mündungsgewinde. Bei Tikka ab Werk, sofern man es mitbestellt.

Schalldämpfer und Mündungsbremsen erleichtern einem das Leben ungemein. Mehr dazu findet Ihr in unserem Artikel zu Schalldämpfern und Mündungsbremsen. Hier sei nur gesagt, dass sich Mündungsbremsen auch schon bei .308 Win lohnen. Der kräftige Tritt in die Schulter einer ungebremsten .308 (oder mehr) lässt einen natürlich wissen, dass man lebt, hat aber für Präzision, Schießverhalten und Gesundheit keinen Wert.

Schaft:

Die Schäfte der T3x sind grundsätzlich nicht verkehrt. Selbst der normale Plastikschaft ist schön steif und liegt recht gut in der Hand. Aber da geht natürlich noch mehr. Schaft und Systemhülse sind über zwei Schrauben auf der Unterseite miteinander verbunden. Gleichzeitig wird durch diese Schrauben der Abzugsbügel (aus Plastik) gehalten.

Der Austausch des Schaftes ist relativ einfach. Aber auch hier sollte man mit Drehmomentschlüssel arbeiten und beide Schrauben im Wechsel gleichmäßig immer ein Stück weiter einschrauben, um Spannungen zu vermeiden. Wenn man es übertreibt, bricht der Abzugsbügel, sofern er denn beim neuen Schaft noch von Nöten ist.

Ein neuer Schaft hat den Vorteil, dass er je nach Modell, genau auf den Schützen angepasst werden kann, besser in der Hand liegt oder einfach nur cool aussieht.

Beim Schaft holt einen die Thematik Short Action oder Long Action wieder ein. Auch wenn die Systemhülse immer gleich ist, variieren die Magazinschächte zum Teil, um den verschiedenen Kalibern gerecht zu werden. Je nach Hersteller darauf achten, dass der Schaft mit dem korrekten Magazinschacht bzw. die richtigen Magazine gewählt werden.

Abzugsbügel:

Ist bei der T3x ein billiges Plastikteil. Es gibt welche aus Alu als Alternative bzw. bei einigen Schäften sind Abzugsbügel integriert.